Das Angerdorf Winkl liegt am westlichen Rand des Horner Bezirkes, unmittelbar an der Grenze zum Truppenübungsplatz Allentsteig und zum Bezirk Zwettl, am Oberlauf des kleinen Taffabaches.
Der Ort gehört zur Pfarre Röhrenbach und seit 1966 auch zur Gemeinde Röhrenbach.
Der Ortsname könnte sich vom Althochdeutschen winkil bzw. vom Mittelhochdeutschen winkel ableiten, „ein abseits verborgener Raum“.
Bereits im Jahr 1182 wurde der Name in einer Schenkungsurkunde des Grafen Gebhard von Rebegau erwähnt. Ein Ortlieb von Winkl wurde als Zeuge genannt. Danach scheint der Name in verschiedenen Verzeichnissen auf, so beispielsweise als „Winchel“ (1260 – 1280) in den Österreichischen Urbaren.
Obwohl der Ort sehr nahe dem Poigreich liegt, unterstand er diesem nie, sondern gehörte zur Herrschaft Krumau. (1253 wurde das Schloss Krumau mit Altpölla, Winkel und Ramsau dem Dietrich von Hohenberg vom König Ottokar zu Lehen gegeben.)
1314 wurde Winchel dem Stift Altenburg geschenkt nachdem es die Burggrafen von Gars am Kamp von Heinrich den Toplaer gekauft hatten.
Es kam im Laufe der Zeit zu verschiedenen Schreibweisen. 1384 scheint es als „Winchell“ auf, um etwa 1500 schreibt sich der Ort „Winckel“ und 1541 „Winckhel.
Es bestand zum überwiegenden Teil eine Zehentpflicht an die Herrschaft Krumau. Etwa um 1260 zählte der Ort 26 EinwohnerInnen, die je ein Maß Weizen, ein Schwein und etwa 40 Liter Mohn an die Herrschaft Krumau als Benefiziat zu entrichten hatten.
Etwa 1652 waren 17 von den 192 EinwohnerInnen Untertanen des Klosters Altenburg, die restlichen 175 als Untertanen zu Krumau zu rechnen.
Sowohl 1822 als auch 1839 hatte der Ort 42 Häuser mit 56 Familien. Neben 126 Männern und 122 Frauen gab es 31 Schulkinder.
In Krumau war das Landgericht, die Orts- und Conskriptionsherrschaft, besaß mit Greillenstein, dem Stift Altenburg und der Pfarre Röhrenbach die Grundherrlichkeit. Göpfritz (etwa 11 km entfernt) war zu jener Zeit die nächste Poststation.
Im Jahre 1738 wurde die Ortskapelle erbaut und dem hl. Abt Leonhard geweiht. Davor dürfte es im „Unterort“ einen einfachen Glockenturm gegeben haben (etwa beim heutigen Buswartehaus).
Nach der Josephinischen Fassion sind folgende Namen bodenständig: Dangl, Fleischl, Gönner, Hainzl, Heyli, Holzinger, Kretz, Leeb, Nagl, Rammer, Sagl, Scheidl, Spiegl.
Im Jahre 1933 gab es 6 bis 7 größere Brände im Ort, von denen jeweils mehrere Höfe betroffen waren. Die genauen Ursachen wurden nie aufgeklärt, jedoch war es mit den Bränden vorbei als noch im selben Jahr das Standrecht ausgerufen wurde.
Der Weiterbestand des TÜPL - Allentsteig nach dem Krieg, verstärkte die extreme Randlage des kleinen Ortes. Dies wirkt natürlich bis in die heutige Zeit.
Etwa 1968 wurde der Ortsbach reguliert.
Der Ort Winkl war bis zum Jahre 1966 eine eigenständige Gemeinde. In diesem Jahr kam es zur Eingliederung in die Gemeinde Röhrenbach. Der letzte Bürgermeister von Winkl war Herr Josef Kiener, der dieses Amt 1955 von Herrn Josef Grötz übernahm.
1976 zählte der Ort 46 Häuser mit 167 EinwohnerInnen und war der größte Ort der Pfarre und der Gemeinde Röhrenbach. Der Großteil der Bevölkerung war in der Landwirtschaft tätig. In diesem Jahr konnte die Pfarre St. Michael zu Röhrenbach auch ihr 900 jähriges Bestandsjubiläum feiern.
In den 80er Jahren wurde eine große Kommasierung durchgeführt, welche die alten Flurformen nachhaltig verändert hat.
Die sehr aktive Feuerwehr wurde am 21. Jänner 1900 gegründet und konnten somit im Jahre 2000 ihr hundertjähriges Bestehen feiern.
Der Bau eines zeitgemäßen Hauses für die FF ist und war ein wichtiges Vorhaben, welches bis zur Hundertjahrfeier abgeschlossen war. 1999 fanden die Bezirksleistungswettbewerbe in Winkl statt.
Über die Feuerwehr gibt es eine Partnerschaft mit dem deutschen Renningen. Auch zählt das jährliche Fest zu den größten Aktivitäten des Ortes, an dem viele OrtsbewohnerInnen fleißig mitarbeiten.
Zur Gründung des Dorferneuerungsvereines Anfang 1997 zählt der Ort 173 Einwohner und 43 Häuser. Es gab zwei Gasthäuser, an jeder Ortseinfahrt eines, sowie 4 Gewerbebetriebe im Ort. (Lagerhaus, Schmiede, Alu – Fensterproduktion und eine Landmaschinenwerkstatt)
Es finden in den Unternehmen 11 unselbstständig Beschäftigte ihren Arbeitsplatz, wobei das Lagerhaus mit seinem mächtigen Silo die westliche Ortseinfahrt prägt. Eines der Gasthäuser verfügt noch über eine alte Lehmkegelbahn, welche heute noch eifrig benutzt wird. Beide Wirtshäuser verfügen auch über kleine Säle.
Aufgrund der Nähe zum TÜPL Allentsteig, kommt es immer wieder zur Einquartierung von Soldaten, die im Raum Neupölla – Allentsteig üben. Teilweise bringt die Nähe zum TÜPL entsprechende Belästigungen durch Schuss- und Fluglärm. Für die Gastronomie und auch einzelne Landwirte stellt die Einquartierung aber eine interessante Einnahmequelle dar. Weiters wird es in absehbarer Zeit eine Partnerschaft zwischen der Gemeinde Röhrenbach und dem TÜPL Allentsteig geben. Ziel der Kooperation ist ein besserer Informationsaustausch und Unterstützung bei verschiedenen Vorhaben.
Die Einkäufe des täglichen Bedarfes können in den Orten Neupölla und Brunn/Wild erledigt werden, welche in etwa 5 km Entfernung liegen. Dort befinden sich auch praktische Ärzte.
Allerdings gibt es dorthin keine öffentliche Verkehrsverbindung. Die Buslinien sind auf den Schülertransport ausgerichtet und verkehren 3x täglich nach Horn.
In der Vergangenheit gab es auch einen typischen Greißler im Ort sowie einen Schneider und einen Schuster.
Weder eine gemeinsame Wasserleitung, noch ein Ortskanal sind vorhanden. Beide Vorhaben wurden Ende der 90er Jahre realisiert, denn die Wasserqualität in verschiedenen Hausbrunnen hatte nicht mehr Trinkwasserqualität.
Eine Besonderheit ist eine Waldgemeinschaft namens "Furth", an der die meisten Häuser einen Anteil halten. Auf dieser Fläche befindet sich auch ein Steinbruch, welcher zurzeit vom TÜPL Allentsteig gepachtet ist.
In unmittelbarer Nähe befindet sich das Renaisanceschloss Greillenstein und das ehemalige Graphitwerk, welches heute einen Tischlereibetrieb beherbergt.
Eine Besonderheit in Winkl ist auch ein sogenannter Erdstall, ein unterirdischer Kriechgang mit mehreren kleinen Räumen. Über dessen Zweck weiß heute niemand mehr Bescheid. Die letzte Benützung dürfte im 16. oder 17. Jhdt. gewesen sein.
Als regelmäßige Veranstaltungen können das große Feuerwehrfest, das Maibaumaufstellen und verschiedenen Vorträge und Veranstaltungen genannt werden. Vor etwa 10 Jahren wurde auch Theater gespielt. Dabei entdeckte ein junger Mann sein Talent. Er ist heute Schauspieler und einmal im Jahr tritt er in Winkl mit einem Kabarett oder einer Lesung auf.
Auch gibt es einen Mundartdichter, der die verschiedensten Anlässe des Dorflebens in Versform festhält.
Im Ort gibt es heute relativ viele junge Familien mit Kindern sowie eine insgesamt gute Dorfgemeinschaft.
Anfang 97 wurde der Verein Winklwerk gegründet.